Aufgelesen: „In-die-Erinnerung-rufen“
„Hat man der Evokation, die wörtlich genommen ein In-die-Erinnerung-Rufen ist, ihren gebührenden Platz eingeräumt, bleibt ein wesentlicher Teil der ausdrucksvoll-fantastischen Ausarbeitung vorbehalten, das heißt dem weiteren Eingreifen in die den Dingen latent innewohnende Potenzialität, sodass sich Franco Russoli in seinem Aufsatz über Della Torre auf Beaudelaires „correspondances“ beziehen konnte: Den natürlichen Metamorphosen entsprechen innere Metamorphosen. Bei den Formen, in engem Kontakt mit den Formen, die nicht im Voraus festgelegt sind, sondern durch Emotivität und Reflexion in Bewegung gesetzt werden, wird die Koinzidenz wahre Wirklichkeit. Auf die gleiche Weise werden die Formen in ihr Wirklichkeit und werden produktiv. Und es ist nicht eine bereits sich ganz in seinem Besitz befindende Wahrheit, die sich auf die Arbeit des Künstlers überträgt, sondern es ist die Arbeit, die sich den Weg zu einer erahnten Wahrheit bahnt und ihrerseits Wahrheit schafft, sie nach und nach einleuchtender und klarer werden lässt.“
(Vittorio Sereni im Vorwort zu „Della Torre“, Mailand 1980.)